Definition der Osteopathie

Dr. Andrew Taylor Still

Osteopathie ist ein Zweig der medizinischen Wissenschaften. Osteopathische Medizin gründet sich auf die philosophischen Prinzipien von Dr. A.T. Still, M.D., D.O. Sie verbindet diese mit den allgemein anerkannten Standards der Medizin. Sie betont die wechselseitige Beziehung zwischen Struktur und Funktion und unterstützt die Fähigkeit des Organismus, saluto-genetische Ressourcen zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit einzusetzen. Osteopathische Medizin (OM) beinhaltet insbesondere eine umfassende manuelle Untersuchung, Diagnostik, Therapie und Prävention von Funktionsstörungen - somatischen Dysfunktionen - im muskulo-skelettalen System (parietal), den visceralen Organen (visceral) und dem peripheren und zentralen Nervensystem (cranio-sacral). OM ist integrativ zur Standard Medizin. Der Fokus der OM sind somatische Dysfunktionen. SD finden sich in allen Regionen des Körpers und betreffen verschiedene medizinische Fachgebiete. OM ist mit allen medizinischen Disziplinen und verschiedenen Gesundheitsberufen interdisziplinär assoziiert. (European Register for Osteopathic Physicians EROP e.V., 2009)

Osteopathische Ärzte und Tierärzte kombinieren die Anwendung der üblichen medizinischen Diagnostik und Therapie mit der osteopathischen Diagnose und Therapie bei der Betreuung ihrer Patienten. Osteopathische Tiermedizin ergänzt und erweitert das etablierte Medizinsystem im Kontext einer integrierten Patientenversorgung.

Im Zentrum der Betrachtung steht dabei die somatische Dysfunktion. Sie wird wie folgt definiert: "Eine somatische Dysfunktion ist eine beeinträchtigte oder veränderte Funktion der wechselseitig in Beziehung stehenden Komponenten des somatischen Systems im parietalen, visceralen und cranio-sacralen Bereich. Eine somatische Dysfunktion zeigt sich in den Funktionsstörungen des musculoskelettalen Systems und der verbundennen vasculären, lymphytischen, visceralen und neuralen Elemente. Diagnostische Kritereien einer somatischen Dysfunktion sind vor allem Abnormalitäten der Gewebestruktur und -spannung, eine Asymmetrtie sowie eine qualitative und quantitative Änderung des Bewegungsumfanges." (EROP 2009)

Der Begriff „Osteopath“ wird von vielen als nicht gelungen angesehen und gab häufig Anlass zu Diskussionen. Die Bezeichnung Osteopath existiert aber seit mehr als hundert Jahren. Wenn auch schon oft über diese Wortwahl diskutiert wurde, so ist die Bezeichung „Osteopath“ heute doch weltweit bekannt und geläufig.